G E R A R D U S[1]

urkundlich genannt seit 748,
belegt als Graf von Paris von 753 bis 775 (oder 779)

In einem Streit zwischen Christiana einerseits und dem advocatus des Klosters St. Denis Hrodgarius[2] sowie dem Abt Amalbertus[3] andererseits wegen Besitz[4] in Mareil[5] entscheidet der inluster vir Pippin maior domus[6], zusammen mit genannten Getreuen[7] und dem Pfalzgrafen Ermenaldus, darunter Garehardus[8], am 11. Februar 748[9] in der Pfalz Vernum[10] zugunsten des Klosters.
Gerichardus(Charichardus)[11] ist wieder Beisitzer beim königlichen Gericht mit anderen proceribus vel fidelibus[12] in Verberie[13] am 01. März 752[14]: Auf die vorgetragene Klage des Abtes Fulradus[15] beurkundet König Pippin, dass ein gewisser Gislemarus die villa Avezé[16] im Maine oder im Oxmois[17] und den von dessen Mutter Loba dem Kloster geschenkten Teil von Civry[18] in Madrie[19] widerrechtlich innehat und dass dieser Besitz dem Kloster Saint-Denis zusteht.
Am 8. Juli 753 beurkundet König Pippin[20], dass er auf übersandte Klage des Abtes und der Mönche von Saint-Denis[21] in Sache Erhebung einer Kopfsteuer während des Dionysiusmarktes durch Graf Gairehardus von Paris [22] infra pago Parisiaco et in ipsa civitate mit 14 genannten fideles[23] und dem Pfalzgrafen Wicbertus geurteilt habe, keine Gerichtsperson irgendeinen Marktzoll erheben dürfe und dem Kloster erneut den Zoll bestätigt. Die Könige Dagobertus et Chlodouius seu et postea Hildericus et Theudericus et Chlotharius[24]  … et Hiltbertus[25] et avunculus noster Grimoaldus maiorum domus[26] hatten den Zoll des St. Dionysiusmarktes dem Kloster geschenkt und bestätigt[27]. Ante hos annos[28] sollen Soanachyldis[29] und der Pariser Graf Gairefredus[30] von jedem freien Handelsmann eine Kopfsteuer von 4 Denaren erhoben sowie später Graf Gairehardus von Paris und dessen Beamten als hergebrachtes Recht diese Steuer eingetrieben haben.
In Compiègne, am 30. Oktober 759[31], beurkundet König Pippin, dass auf die von Aderulfus et Rodegarius agentes Sancti Dionisio und Follerado[32] abbate vor sein Gericht in der Pfalz Compiègne am 23. Oktober vorgebrachte Klage, Graf Gerardus erhebe widerrechtlich in Paris während der Dionysiusmesse die seit König Dagoberts Urkunde[33] dem Kloster zustehenden Zölle infra Parisius[34] ausgehend vom Fest des Heiligen[35]. Während einer zweiten Verhandlung am 29. Oktober[36] erklärte dann Graf Gerardus, sich dem Rechtsbeweis und der Sentenz des königlichen Gerichts[37] zu fügen.
Das signum Gerhardi[38] comitis steht unter denen der zahlreichen Zeugen[39] des wichtigen Diploms[40], mit welchem König Pippin mit seiner Frau Bertrada am 13. August 762[41] in Trisgodros[42] villa puplica etliche Güter in verschiedenen pagi[43] dem Kloster Prüm[44], das sie gegründet haben[45], überträgt; Pippin bestätigt auch frühere Schenkungen, stellt das Kloster unter seinen Schutz und erteilt ihm die freie Abtswahl.
In der am 28. Juli 775[46] in Düren[47] ausgestellten Urkunde wird Ghaerardus als erster[48] Beisitzer[49] des königlichen Gerichts in einem Urteil Karls des Großen genannt, welches das Kloster Sainte-Marie und Saint-Pierre de Plaisir[50] infolge eines Rechtsstreites zwischen Bischof Herchenradus von Paris[51] und Folradus, Abt von Saint-Denis diesem das Kloster zuspricht.
Mit einer in der Pfalz Herstal[52] am 27. März 779 ausgestellten Urkunde[53] bestätigt Karl der Große auf Bitte des Abtes Hrotbertus dem Kloster Saint-Germain-des-Prés Zollfreiheit laut der vorgelegten Urkunde seines Vaters Pippin und schenkt ihm den bisher vom Grafen Gaerhardus[54] eingenommenen Zoll in Villeneuve[55], curte sancti Germani[56].
Die Miracula S. Dionysii[57] erzählen eine kleine Geschichte, die sich zur Zeit König Pippins abspielte und in der Rotrudis[58], Frau des Pariser Grafen Gerardus, der im Fiskus Rueil[59]  wohnte, die Hauptperson war.
Die depositioGirardi comitis ist zum 26. April[60] im ältesten Teil des Necrologs des Klosters Saint-Germain-des-Prés eingetragen[61], aber das Todesjahr ist nicht bekannt[62]. Seine Frau, Hrottrudis[63], ist zum 3. Dezember[64], seine Tochter Chrotildis[65] zum 24. Mai eingetragen.
Stephanus, der wohl auch Graf von Paris wird, ist vermutlich auch sein Sohn[66] wie auch ein Leuthardus[67]


[1] In den Originalen: Gairehardus, Gerardus, Ghaerardus, Ghaerhardus. In den Abschriften: Garehardus, Gerichardus oder Charichardus, Gerhardus, Gerhart, Gerehardus, Gerhardus, Girardus, Kerhart.
[2] Der Vogt Hrotgarius kann eine Urkunde, die als echt erkannt wird, über die Schenkung der betroffenen Güter durch Witgaudius an Saint-Denis vorweisen. Es ist die erste bekannte Erwähnung eines Vogtes für Saint-Denis (vgl. Peters Ralf, Die Entwicklung des Grundbesitzes der Abtei Saint-Denis in merowingischer und karolingischer Zeit, Diss. Univ. Düsseldorf, Aachen, 1993, S. 144).
[3] Dieser Abt, der nur kurz dieses Amt bekleidet haben muss, ist sonst nicht belegt (siehe Artikel "Amalbertus, Abt von St. Denis"). Ihm folgt der berühmte Fulradus, der erstmals am 17. August 750 urkundlich genannt ist (Die Urkunden der Arnulfinger, hg. von Heidrich Ingrid, in: Monumenta Germaniae historica –fortan MGH-, Diplomata maiorum domus regiae e stirpe Arnulforum, Hannover, 2011, Nr. 21 S. 45-48). Vor Amalbertus soll der Abt Godobaldus dem Kloster 25 Jahre vorgestanden haben (vgl. www.prosopographie.eu/Exkurs 1).
[4] […] casam  et mansum et vineas  et mancipia […].
[5] […] in loco qui dicitur Marolio […]: Mareil(-Marly), Frankreich, département des Yvelines, arrondissement de. Saint-Germain-en-Laye, canton. Le Pecq. Vgl. Stoclet Alain, Autour de Fulrad de Saint-Denis, v. 710-784, in: Ecole Pratique des Hautes Etudes. Sciences historiques et philologiques 5. Hautes Etudes médiévales et modernes 72,Genève-Paris, 1993, S. 366; Longnon Auguste, Monumenta Germaniae historica. Diplomatum imperii t.  I, in: Revue critique d'histoire et de littérature 7, Paris, 1873, 74-82, 89-97, 107-118, 121-132, hier S. 117;  Jacobs A., Etude sur la géographie des diplômes mérovingiens, in: Revue des sociétés savantes des départements, 2e série, 7, 1862, 52-67, 162-168, 232-251, hier S. 234.
[6] Verlorenes Original. Überlieferung: Chartular des 13. Jahrhunderts, genannt "Livre des privilèges", vermutlich zusammengestellt auf der Grundlage eines Chartulars des 12. Jahrhunderts (Rolf Grosse, Remarques sur les cartulaires de Saint-Denis aux XIIIe et XIVe siècles, in: Les cartulaires, actes de la table ronde …, Paris, 1993 [Mémoires et documents de l'Ecole des chartes 39, 279-288], S. 282-284); Mabillon Jean, De re diplomatica libri VI, Paris, 1681, 2. Ed. Paris, 1709, liber sextus, S. 489. Drucke in Auswahl: Heidrich, Die Urkunden, wie Anm. 3, Nr.18 S. 41-42; Diplomata regum Francorum e stirpe Merovingica. Diplomata maiorum domus regiae. Diplomata spuria, hg. von Karl A. F. Pertz, in: MGH Diplomatum Imperii I, Hannover, 1872, Neudruck Stuttgart, 1981, Nr. 18 S. 104-105. Vgl. Sonzogni Daniel, Le chartrier de l'abbaye de Saint-Denis en France. Essai de reconstitution, in: Pecia. Ressources en médiévistique 3, 2003, Nr. 83 S. 104-105; Böhmer Johann Friedrich, Regesta Imperii I. Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern 715-918, neubearb. von Engelbert Mühlbacher, vollendet von Johann Lechner (Innsbruck ²1908), mit Ergänzungen von Carlrichard Brühl – Hans H. Kaminsky, Hildesheim 1966 - nachfolgend BM² - , Nr. 57 S. 29; Hahn Heinrich, Jahrbücher des fränkischen Reichs 741-752 (Jahrbücher der deutschen Geschichte), Berlin, 1863, S. 103-104.
[7] […] cum fidelibus nostris, id est Haginone, Theudeberto, Remedio, Garehardo, Fulcario, Bovilone, Uualcherio, Rauchingo et Errmenaldo, comite palatii nostro, vel reliquis quam pluribus visi fuimus iudicasse […]. Die Bezeichung fidelis noster (fidelis regis) wurde vermutlich "nur dem verliehen, der in einem besonderen Verhältnis zum König [hier zum Hausmeier] in seiner Eigenschaft als Herrscher gestanden hatte" (Dietrich von Gladiss, Fidelis regis, in: Zeitschrift für Rechtsgeschichte, Germanische Abteilung 57, 1937, 441-451, hier S. 451).
[8] Dieser Name begegnet uns öfters in den Quellen (Förstemann Ernst, Altdeutsches Namenbuch. I: Personennamen, Bonn 1900, Neudruck München 1966, Sp. 578-579). Es wird aber im Allgemeinen angenommen, dass es sich um den (? zukünftigen) Grafen von Paris handelt. Ob er hier schon in dieser Funktion auftritt, kann nicht eruiert werden, da zwischen Gairefredus (725/741, siehe unten Anm. 30) und Gairehardus (erste gesicherte Erscheinung als Graf im Oktober 752, siehe unten Anm. 22) die Quellen keinen Pariser Grafen nennen. Ob Paris zeitweise im Herrschaftsbereich von Pippins Halbbruder Grifo lag, lässt sich nicht mit Sicherheit festellen (dazu Becher Matthias, Eine verschleierte Krise. Die Nachfolge Karl Martells 741, in: Von Fakten und Fiktionen. Mittelalterliche Geschichtsdarstellungen und ihre kritische Aufarbeitung, hg. von Johannes Laudage, Köln, 2003, S. 95-133; Levillain L. Les comtes de Paris à l'époque franque, in: Le Moyen Age 51 [3e série, 12], 1941, 137-205, hier S. 146-153).
[9] Datum mense Februario die XI. Anno V Childerici regis. Die Urkunde ist zeitlich zum Jahr 748 einzuordnen, da die Königserhebung Childerichs III. üblicherweise auf Anfang März 743 angesetzt wird (Weidemann Margarete, Zur Chronologie der Merowinger im 7. und 8. Jahrhundert, in: Francia 25/1, 1998, 177-230, hier S. 230). Wolf Günther, Grifos Erbe, die Einsetzung König Childerichs III. und der Kampf um die Macht – zugleich Bemerkungen zur karolingischen "Hofhistoriographie", in: Archiv für Diplomatik. Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde 38, 1992, 1-16, hier S. 5, möchte die Urkunde in das Jahr 747 setzten (dazu aber Glatthaar Michael, Bonifatius und das Sakrileg. Zur politischen Dimension eines Rechtsbegriffs, in: Freiburger Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte 17, 2004 S. 145 und Anm. 264).
[10] Vermutlich Ver-sur-Launette, Oise, arr. Senlis, cant. Nanteuil-le-Haudouin (Lambert Emile, Dictionnaire topographique du département de l'Oise, in: Collection de la Société de Linguistique Picarde 23, 1982, S. 592 Nr. 3716, der aber die Urkunde nicht erwähnt; Remmler Bernd, Spurensuche, die Karolinger: die verschwundenen Paläste Karls des Grossen, Pro Business, 2010, S. 369-370).
[11] Hier wird es sich auch um den (? zukünftigen) Graf von Paris handeln (vgl. Anm. 8). Gairehardus war schon im Oktober 752 im Besitz dieses Amtes (vgl. unten Anm. 22).
[12] [...] id est Milone, Rotgario, Cheimgaudo, Crothardo, Gerichardo, Autgario et Wiberto comite palatii nostri […].
[13] Vermeria: Verberie, Oise, arr. Senlis, cant. Pont-Sainte-Maxence (Lambert, wie Anm. 10, S. 587-588 Nr. 3704). Am 01. März hielt Pippin das Märzfeld, bis er diese Versammlung in den Mai verlegte.
[14] Verlorenes Original. Abschrift des im 13. Jahrhundert kompilierten Chartulars (Livre des privilèges) (wie Anm. 6): Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Grossen, bearb. von Engelbert Mühlbacher u. a., in: Monumenta Germaniae historica, Diplomatum Karolinorum 1, Hannover 1906, Neudruck München 1991 – fortan MGH DD Karol. 1-,  Nr. 1 S. 3-4; vgl. Songzoni, wie Anm. 6, Nr. 88 S. 109; BM² 65 S. 33; Oelsner Ludwig, Jahrbücher des fränkischen Reiches unter König Pippin (Jahrbücher der Deutschen Geschichte), Leipzig, 1871, S. 13-14.
[15] Dazu Stoclet, Alain J., Evindicatio et petitio. Le recouvrement de biens monastiques en Neustrie sous les premiers Carolingiens. L'exemple de Saint-Denis, in: Beihefte der Francia 16/2. La Neustrie. Les pays au nord de la Loire ..., 2, 1989, 125-149, hier S. 125-130. 
[16] Abaciacum: Avezé, Sarthe, arr. Mamers, cant. La Ferté-Bernard.
[17] in pago Cenomannico seu et Oximensi etiam…. In der Urkunde ist diese villa auch bezeichnet als im Maine und im Oxmois (oder Hiémois, früherer Gau, Hauptstadt Exmes, Orne, arr. Argentan, chef-lieu cant.) liegend.
[18] seu et portionem illam in Sibriaco: Civry-la-Forêt, Yvelines, arr. Mantes, cant. Houdan.   
[19] in pago Matriacensi: Madrie (oder Mérésais), früherer Gau, der seinen Namen Madriacus, heute Merey (Orne, arr. Evreux, cant. Pacy-sur-Eure) verdankt.
[20] Original (die Urkunde nennt keinen Ausstellungsort): Chartae latinae antiquiores. Facsimile-edition of the latin charters prior to the ninth century, ed. Albert Bruckner (†) a. Robert Marichal - fortan ChLA -, part XV: France III, publ. by Hartmut Atsma a. Jean Vezin, 1986 Nr. 598 S. 15-21; MGH DD Karol. 1, Nr. 6 S. 9-11; vgl. Songzoni, wie Anm. 6, Nr. 89 S. 109; BM² 73 S. 35; Oelsner, wie Anm. 14, S. 69-73; Tessier Georges, Diplomatique royale française, Paris, 1962, S. 115.
[21] Das Kloster Saint-Denis konnte sich, bedingt durch die günstige Lage in dem fruchtbaren Pariser Becken und an der alten Handelsstraße von Paris nach Rouen, seit seiner Gründung rasch entwickeln.
[22] Laut Text der Urkunde war Gairehardus schon im Vorjahr Graf von Paris, also spätestens 752. Es ist nicht möglich seinen Amtsantritt genauer zu datieren (cf. Levillain, wie Anm. 8, S. 152-153; oben Anm. 8).
[23] […] cum plures nostris fidelibus, id sunt Milone, Helmegaudo, Hildegario, Chrothardo, Drogone, Baugulfo, Gyslehario, Leuthfredo, Rauhone, Theuderico, Maganario, Nithado, Uualthario, Uulfario et Uuicberto, comite palatii nostro […].
[24] Verlorene Urkunden der Könige Dagobert I. (629-639), Chlodwig II. (639-657), Childerich II. (673-675),  Theuderich III. (675-691), Chlodwig III (691-694): Die Urkunden der Merowinger, MGH Diplomata regum Francorum e stirpe Merovingica, nach Vorarbeiten von Carlrichard Brühl hg. von Theo Kölzer unter Mitwirkung von Martina Hartmann und Andrea Steildorf, II, Hannover, 2001, Dep. Nr. 181, 233, 281, 302 und 336. 
[25] Childebert III. (Gerichtsurkunde vom 13. Dezember 709, ebd. I, Nr. 156 S. 388-391).
[26] Um 709: Heidrich, wie Anm. 3, Deperditum Nr. 60 S. 95.
[27] Zur Bedeutung dieses Zugeständnisses für das Kloster, siehe Levillain Léon, Etudes mérovingiennes. La charte de Clotilde (10 mars 673), in: Bibliothèque de l'Ecole des chartes 105, 1944, 5-63, hier S. 51-54.
[28] Frühestens 725/726 (Heidrich Heidrich Ingrid, Titulatur und Urkunden der arnulfingischen Hausmeier, in: Archiv für Diplomatik 11/12, 1965/66, 71-279, hier S. 203 Anm. 611; Levillain, wie Anm. 27, S. 43-45; Lot Ferdinand, Un Carolingien inconnu, in: Recueil des travaux historiques de Ferdinand Lot, II. Publications du centre de Recherches d'histoire et de philologie, V. Hautes Etudes Médiévales et Modernes, 9, Genève, 1970, 365-370 (= Mélanges offerts à M. Nicolas Iorga ..., 1933, 607-611), S. 369 Anm. 2.
[29] Karls zweite Ehefrau und nicht Konkubine. Dazu Hlawitschka Eduard, Die Vorfahren Karls des Großen, in: Karl der Grosse. Lebenswerk und Nachleben. I: Persönlichkeit und Geschichte, hg. von Helmut Beumann, Düsseldorf, 1965, 51-82, hier S. 79 Nr. 33; Settipani Christian, avec la collaboration de Patrick Van Kerrebrouck, La préhistoire des Capétiens (481-987), Première partie: Mérovingiens, Carolingiens et Robertiens, in: Nouvelle histoire généalogique de l'auguste maison de France, Villeneuve d'Ascq, 1993, S. 172-173. Ihr gemeinsamer Sohn ist Grifo, zugunsten dessen Swanahildis 741 den Hausmeier dazu bewegte, eine neue Teilung des fränkischen Reiches festzulegen (siehe u. a. Settipani, ebd., S. 177-178; Wolf, wie Anm. 9, S. 2-5).
[30] Dieser Graf von Paris ist sonst nicht belegt (Settipani, ebd., S. 177-178 Anm. 192). Die Folge der Grafen von Paris Gairinus (3. Viertel des 7. Jahrhunderts, siehe Ebling Horst, Prosopographie der Amtsträger des Merowingerreiches von Chlothar II. [613] bis Karl Martell [741], in: Beihefte der Francia 2, München, 1974, S. 153-154 Nr. 179), Gairefredus, Gairehardus erlaubt an eine "Dynastie" zu denken (Heidrich, Titulatur, wie Anm. 28, S. 203 Anm. 611; Levillain, wie Anm. 8, S. 140-152; Oelsner, wie Anm. 14, S. 71 Anm. 1).
[31] Original. ChLA XV, wie Anm. 20, Nr. 600 S. 26-29; Riché Pierre et Tate Georges, Textes et documents d'histoire du Moyen Age Ve-Xe siècles, 1, in: Regards sur l'histoire, Paris, 1972, S. 256-258 (lat./fr.); MGH DD Karol. 1, Nr. 12 S. 17-18; vgl. Songzoni, wie Anm. 6, Nr. 98 S. 114-115; BM² 89 p. 45; Oelsner, wie Anm. 14, S. 325-327.
[32] Fulradus, Abt von St. Denis von 748/750 bis 784. Siehe oben Anm. 3 zum Amtsantritt.
[33] Siehe Anm. 24.
[34] Innerhalb von Paris und im Pariser Gau.
[35] Der 9. Oktober (Levillain, wie Anm. 27, S. 46).
[36] […] Denique venientes iam dicti missi et aduocati sancti Dionisii, Adrulfus et Rotgarius ad condictum placitum […].
[37] […] Tunc illis iudicatum fuit a Uuidone, Raulcone, Milone, Helmgaudo, Rothardo, Gislehario vel reliquis quam plures seu et Uuicberto comite palatiinostro, ut pars sanctiDionisii vel supradicti advocati hoc comprobare debuissent, […].
[38] Friese Alfred, Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert, in: Geschichte und Gesellschaft. Bochumer Historische Studien 18, 1979, S. 97-98 und Anm. 76 identifiziert Gerhardus mit einem vermutlichen Grafen Gerhart Eigentümer in Maingau und Niddagau (Stengel Edmund E., Urkundenbuch des Klosters Fulda, I, in: Veröffentlichungen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck, X/1, Marburg, 1958, Nr. 342 S. 439).
[39] Signa von Karl, Karlmann (Pippins Söhne), von neun Bischöfen und zwölf Grafen. Hauck Karl, Von einer spätantiken Randkultur zum karolingischen Europe, in: Frühmittelalterliche Studien 1, 1967, 3-93, hier S. 88 spricht von der "Unterzeichnung durch das ganze arnulfingisch-karolingische Haus und seine geistliche und weltliche >Freundschaft<". Ein Passus des zweifelhaften "Testaments" Bischof Eddos von Strasbourg/Straßburg, das am 13. März 762 ausgestellt sein soll, spricht von der Erneuerung des Klosters Ettenheim cum consilio supradicti gloriosi regis Pippini et consensu omnium amicorum principumque eius (Schmid Karl, Oexle Otto Gerhard, Voraussetzungen und Wirkung des Gebetsbundes von Attigny, in: Francia 2, 1974, 71-122, hier S. 107; Regesta Alsatiae aevi Merovingici et Karolini 496-918. I: Quellenband, hg. von Albert Bruckner, 1949, Nr. 193 S. 118). Es besteht die begründete Annahme, dass ein Zusammenhang zwischen der Anwesenheit dieser "Freundschaft" und dem Gebetsbund der Synode von Attigny vorliegt (Hauck, ebd., S. 88-89 und Anm. 284).
[40] Diese feierlich stilisierte Urkunde wird oft als Offertorium bezeichnet (vgl. Wisplinghoff Erich, Untersuchungen zur Gründungsgeschichte des Klosters Prüm, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 17, 1991, 1-27, hier S. 12-13).
[41] Verlorenes Original. Überlieferung: Abschrift des 10. Jahrhunderts im Liber aureus Prumiensis fol. 2a-4a (Faksimile S. 15-19 in: Das "Goldene Buch" von Prüm. Faksimile, Übersetzung der Urkunden, Einband, hg. im Auftrag des Geschichtsvereins "Prümer Land" e.V., Nolden Reiner, Trier, 1997). Drucke in Auswahl: MGH DD Karol. 1, Nr. 16 S. 21-25; Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen hg. von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169, Coblenz, 1860, Neudruck: Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien, 1, Aalen, 1974, Nr. 16 S. 19-22; deutsche Übersetzung: Nolden, ebd., Nr. 4 S. 254-257. Vgl. Wampach Camille, Urkunden- und Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien bis zur burgundischen Zeit, 1, Luxemburg, 1935, Nr. 26 S. 29; BM² 95 S. 48-49; Oelsner, wie Anm. 14, S. 357-358.
[42] Die Lokalisierung dieses änigmatischen Ortes hat schon lange die Forschung beschäftigt. Wegen gewisser Anklänge mit des ab 820 genannten pagus Trigorium, der im Rhein-Mosel-Dreieck lag (vgl. Karte bei: Pitz Martina/Puhl Roland, Trisgodros = Triguères /Loiret ? Pour une nouvelle localisation d'une villa publica énigmatique mentionnée dans une charte de Pépin le Bref, in: Nouvelle revue d'onomastique. Ononmastique galloromaine. Noms d'ailleurs et problèmes généraux, Lyon, n° 49-50, 2008, 55-81, hier S. 80, sowie S. 57-59; Heinzelmann Josef, Der Weg nach Trigorium… Grenzen, Straßen und Herrschaft zwischen Untermosel und Mittelrhein im Frühmittelalter, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 21, 1995, S. 9-132, hier S. 34-132, mit Karte S. 53; Halfer Manfred, Trigorium. Namenkontinuität im Rhein-Mosel-Dreieck, in: wie Heinzelmann, 133-151, S. 138-144), wurde diese unbekannte villa in dieser Gegend gesucht: Vorgeschlagen wurde letztens von Halfer, ebd., S. 144-148 der Ort Treis (heute Gemeinde Treis-Karden, Lkr. Cochem-Zell, mit Kritik von Pitz/Puhl, ebd., S. 61-62). Aber zieht man Pippins Itinerar im Jahr 762 hinzu - am 18. April war er noch in Quierzy, am 10. Juli urkundet er in Sinzig (oder Attigny), am 25. Dezember feiert er Weihnachten in Gentilly -, wäre sein Aquitanienfeldzug, der mit der Eroberung von Bourges und Thouars gipfelt, ein "Blitzfeldzug" gewesen, was dessen Darstellung in der Fredegar-Fortsetzung widerspricht (zu diesen Ereignissen und den entsprechenden Orten, s. Pitz/Puhl, ebd., S. 62-64; Isphording Bernd, Prüm. Studien zur Geschichte der Abtgei von ihrer Gründung bis zum Tod Kaiser Lothars I. (721-855), in: Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 116, Mainz, 2005, S. 100-113; Rouche Michel, L'Aquitaine des Wisigoths aux Arabes 418-781. Naissance d'une région, Paris, 1979, S. 123 und 125). Deswegen wird der Aquitanienfeldzug eher im Sommer/Herbst stattgefunden haben und Trisgodros "in Aquitanien oder auf dem Wege dorthin gesucht werden muss" (Sickel Theodor, Acta regum et imperatorum Karolinorum digesta et enarat. Die Urkunden der Karolinger, 2, Wien, 1867, S. 217). Pitz/Puhl siehen in Trisgodros den Ort Triguères (Loiret, arr. Montargis, cant. Châteaurenard), schließen dabei die Hypothese Trouy (Cher, arr. Bourges, cant. Levet) von Isphording aus (Pitz/Puhl, ebd., S. 62-74; Isphording, ebd., S. 108-113). Kann wohl angenommen werden, dass Pippins Aquitanienfeldzug des Jahres 762 in der zweiten Hälfte des Jahres stattgefunden hat, so ist m. E. das Kapitel Trisgodros noch lange nicht geschlossen.
[43] Karosgau, Moselgau, Bidgau, Eifelgau, Ribuarien, Speyergau, Lommegau.
[44] Rheinland-Pfalz, Lkr. Bitburg-Prüm.
[45] In Wirklichkeit handelt es sich um eine Neugründung, da das Kloster schon 721 durch Bertrada und ihr Sohn Charibertus, zukünftiger Pippins Schwiegervater, gestiftet wurde (Das "Goldene Buch" von Prüm, wie Anm. 41, fol. 82a-83a, S. 177-179, 252-253).
[46] Original. ChLA XVI: France IV, publ. by Hartmut Atsma and Jean Vezin, Dietikon-Zurich, 1986, Nr. 619 S. 2-7; MGH DD Karol. 1, Nr. 102 S. 146-147; vgl. Songzoni, wie Anm. 6, Nr. 123 S. 128; BM² 191 S. 81-82; Abel Sigurd, Jahrbücher des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen, I, 2. Auflage bearb. von Bernhard Simson, Leipzig, 1888, S. 174-175.
[47] […] Duria villa in palacio publico […]: Düren, Nordrhein-Westfalen, Kreisstadt. Karl der Große hielt in Düren eine Reichsversammlung (BM² 190a S. 81).
[48] Wahrscheinlich als Gaugraf.
[49] […] cum fidelibus nostris, id sunt Ghaerardo, Bernardo, Radulfo, Hilderado, Ermenaldo, Hebroino, Theudbaldo, Agmone comitibus […].
[50] […] Placicio monasthyrio, qui est constructus in honore sancte Marie et sancti Petri in pago Pincicense […]: Yvelines, arr. Versailles, ch.-l. cant.
[51] Einzige datierte Erwähnung dieses Bischofs.
[52] Belgien, Provinz und Bezirk Liège/Lüttich. Dazu Joris André, Le palais carolingien d'Herstal, in: Le Moyen Age 79, 1973, S. 385-420.
[53] Original. Chartae latinae antiquiores, XVI (wie Anm. 46), Nr. 625 S. 38-41; MGH DD Karol. 1, Nr. 122 S. 170-171; Poupardin René, Recueil des chartes de l'abbaye de Saint-Germain-des-Prés des origines au début du XIIIe siècle, 1, Paris, 1909, Nr.19 S. 29-31; vgl. BM² 218 S. 92.
[54] Vielleicht war der Grund dieser Schenkung der Tod des Grafen (Levillain, wie Anm. 27, S. 156-161; Louis René, De l'histoire à la légende. Girart, comte de Vienne ..819-877 et ses fondations monastiques, Auxerre, 1946, S. 8 Anm.). Erst im Jahr 802 ist wieder ein Graf (sicherlich) von Paris, Stephanus, der vermutete Sohn des Gerardus (siehe unten Anm. 66), erwähnt.
[55] ad Uilla Noua: Villeneuve-Saint-Georges, Val-de-Marne, arr. Créteil, ch.-l. 2 cant.
[56] Diese villa war also Eigentum des Klosters.
[57] Luchaire Achille, Etude sur quelques manuscrits de Rome et de Paris, in: Université de Paris. Bibliothèque de la Faculté des lettres. VIII, Paris, 1899, S. 94 f° 33v° aus der ältesten Handschrift: […] Tempore igitur supradicti regis Pipini, quidam erat comes, nomine Gerardus, Parisiensis, cujus uxor Rotrudis nuncupabatur. Hæc in fisco, haud procul Parisii, Riogilo habitans […]; Mabillon J., De re diplomatica, Libri VI, Paris, 1709, S. 630; vgl. Wyss Michaël, Atlas historique de Saint-Denis. Des origines au XVIIIe siècle, avec la collaboration de Nicole Meyer-Rodrigues, par divers auteurs, in: Documents d'archéologie française 59, Paris, 1996, S. 38-43.  Die zwei ersten Bücher der Miracula wurden zur Zeit des Kaisers Ludwig d. Fr., wahrscheinlich im Jahr 834 niedergeschrieben (Wyss, ebd., S. 38-40; Frank Hieronymus, Die Klosterbischöfe des Frankenreiches, in: Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des Benediktinerordens 17, Münster in Westfalen, 1932, S. 41-43; Levillain Léon, Etudes sur l'abbaye de Saint-Denis à l'époque mérovingienne. I: Les sources narratives, in: Bibliothèque de l'Ecole des chartes, 82, 1921, 5-116, hier S. 115; Luchaire, ebd., S. 21-24).
[58] Wegen der Namen Hrottrudis und ihrer Tochter Chrotildis denkt Levillain (wie Anm. 27, S. 153-155) an eine Verwandtschaft mit König Pippin. Aber Hlawitschka (wie Anm. 29, S. 81 Nr. 46 und S. 82 Nr. 58) schließt aus, dass sie Pippins Tochter gewesen sein kann (Levillain, wie Anm. 27, S. 60-61).  Der Name Hrodrud/Rattrud ist auch für die bayerische Herzogsfamilie belegt (MGH Necrologia II, hg. von Sigismund Herzberg-Fränkel, 1904, c. 30, 62; dazu Klingsporn Albrecht, Beobachtungen zur Frage der bayerisch-fränkischen Beziehungen im 8. Jahrhundert, Freiburg i. Br. Inaugural-Dissertation, 1965, S. 34; Herzberg-Fränkel S., Über das älteste Verbrüderungsbuch von St. Peter in Salzburg, in: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, 12, 1887, 56-107, hier S. 66, 95). Ein Geraldus und seine Frau Ruottrudis schenken im Jahr 766 Besitz in Mannheim an das Kloster Lorsch (Glöckner Karl, Codex Laureshamensis II, in: Arbeiten der historischen Kommission für den Volksstaat Hessen, Darmstadt, 1936, Nr. 556 S. 155). Sollte es sich nicht um einen Abschreibefehler handeln, ist der Name Geraldus nicht mit Gerardus zu identifizieren, da die Namenselemente verschieden sind (gair/wald und nicht gair/hard). Der Zufall bleibt trotzdem verführerisch, wenn man sieht, dass der Name Liuthardus in der Umgebung des Geraldus erscheint. Siehe Louis, wie Anm. 54, S. 3-5; Wenskus Reinhard, Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel, in: Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-historische Klasse, 3. Folge Nr. 93, 1976, S. 212 Anm. 1862.
[59] […] in fisco, haud procul Parisii, Riogilo habitans […]: Rueil(-Malmaison), Hauts-de-Seine, arr. Nanterre; vgl. Louis, wie Anm. 54, S. 2 Anm. 4. Rueil, das früher zum königlichen Fiskus gehörte (Die vier Bücher der Chroniken des sogenannten Fredegar, unter der Leitung von Herwig Wolfram neu übertragen von Andreas Kusternig, in: Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts, Darmstadt, 1982, S. 164-165 Anm. 16 lat./dt.), war jetzt im Besitz von Karl Martell, der dort eine Fischerei an der Seine erbaute (siehe BM² Nr. 628 S. 263). Gerardus besaß also Rueil als Lehen.  
[60] Molinier Auguste, Obituaires de la province de Sens. I: diocèses de Sens et de Paris, 1, in: Recueil des Historiens de la France. Obituaires, 1, Paris, 1902, S. 259: Dep. …, et Girardi comitis….
[61] Verfasst zwischen den Jahren 858 und 867 (Dubois Jacques, Le martyrologue d'Usuard. Texte et commentaire, in: Subsidia hagiographica 40, 1965, S. 127-128; Longnon Auguste, Notice sur le plus ancien obituaire de l'abbaye de Saint-Germain-des-Prés, in: Notices et documents publiés pour la Société de l'Histoire de France à l'occasion du cinquantième anniversaire de sa fondation, Paris, 1884, 19-56, hier S. 20 Anm. 1).
[62] Vgl. Levillain, wie Anm. 27, S. 161-163. Der Inhaber der Grafschaft Paris zwischen 775 oder 779 bis 802 ist nicht bekannt (vgl. Anm. 53). Sollte hier Theodericus (siehe folgende Anm. 64) eingefügt werden?
[63] Siehe Anm. 57.
[64] Molinier, wie Anm. 58, S. 280: Dep. Hrottrudis, conjugis Gerehardi (Eintragung des 10. Jahrhunderts). Siehe auch die Eintragung einer Chrottrude zum 2. Dezember (Molinier, ebd.; siehe die Bemerkung von Decker-Heuer Andrea, Studien zur Memorialüberlieferung im frühmittelalterlichen Paris, in: Beihefte der Francia 40, 1998, S. 102 Anm. 113).
[65] Ebd. S. 262: Dep. … Chrotildis, filia Gerehardi.
[66] Diese Abstammung wird im Allgemein als selbstverständlich angenommen, obwohl es dafür kein bekanntes Beweisstück gibt (zum Beispiel Hennebicque-Le Jan Régine, Prosopographica neustrica: Les agents du roi en Neustrie de 639 à 840, in: Beihefte der Francia 16/1. La Neustrie. Les pays au nord de la Loire de 650 à 850, publié par Hartmut Atsma, 1, 1989, 231-269, hier S. 248-249 Nr. 106). Sie stützt sich nur auf die Vermutung, dass Stephanus - belegt als Graf von 802 bis 811 - ein Nachfolger des Gerardus als Graf von Paris war sowie auf den Namen, der mit dem Aufenthalt des Papstes Stephanus II. 754-755 im Kloster St. Denis verbunden sein kann (dazu Levillain, supra n. 27, S. 171-172; Louis, wie Anm. 54, S. 9; Levillain Léon, L'avènement de la dynastie carolingienne et les origines de l'état pontifical, in: Bibliothèque de l'Ecole des Chartes 94, 1933, 225-295, hier S. 250). Im Liber confraternitatum des Klosters St. Gallen ist eine Gruppe Personen eingetragen, in denen die erste Karl Martells Sohn Bernhart mit seinen Kindern Walah, Adalart und Bernhart sein könnte: …Bernhart – Gerhart – Theodericus – Stefanus – Liuthart – Uualah – Adalart abb. – Bernhart mon…(Original, pag. VII: Schmid Karl, Zur historischen Bestimmung des ältesten Eintrags im St. Galler Verbrüderungsbuch, in: Alemannisches Jahrbuch 1973/75. Alemannica. Festschrift für Bruno Boesch zum 65. Geburtstag,  1976, 500-532, hier S. 506; MGH Libri confraternitatum Sancti Galli, Augiensis, Fabariensis, ed. Paul Piper, Berlin, 1894, S. 18). Da die Liste zwischen 807 und 817, wahrscheinlich nach 814 eingetragen wurde (Schmid, ebd., S. 518-519), kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass es sich hier um den Pariser Graf Gerhart mit seinen möglichen Kindern Stefanus und Liuthart (zu Liuthard, siehe nächste Anmerkung) handelt. War Theodericus ein anderer Sohn des Grafen Gerhart? Das Necrolog von St. Germain des Prés bringt zum 29. Juli die Dep. Teuderici comitis und zum 13. August jene von Chrotlindis vero filia Teuderici comitis (Molinier, wie Anm. 60, S. 267 und 269; Longnon, wie Anm. 61, S. 27-28 ist der Meinung, dass die Eintragung des Grafen Teudericus und seiner Tochter eine "présomption en faveur du caractère parisien" dieses Grafen begründet. Die Frage ob er mit dem Theodericus aus der Gruppe des Grafen Gerhart von Paris personengleich ist, muss offen bleiben. Das Liber confraternitatum des Klosters Reichenau enthält auch eine solche Liste, die nach November 824 eingetragen wurde: Kerhart, Liuthart, Stephan, Theoterich. Der Name Theodericus gehört also zur Gruppe Gerhart-Stefanus-Liuthart (MGH Libri memoriales et Necrologia, NS, I, hg. von Johanne Autenrieth, Dieter Geuenich und Karl Schmid, Hannover, 1979, pag. CXIV = MGH Piper, ebd., S. 292 c. 460; vgl. Schmid, ebd., S. 511-512). Sogar in dem Liber vitæ von St. Peter zu Salzburg steht die Liste Stefanus Theotrih Liuthart (MGH Necr. II, c. 37 S. 16; vgl. Klingsporn, wie Anm. 58, S. 34).
[67] Eine interpolierte Urkunde des Grafen Stephanus und seiner Frau Amaltrudis zugunsten des Bischofs von Paris Inchadus aus dem Jahr 811 hat das Signum Leuthardi, germanum Stephani comitis oder Leut(h)ardi comitis (mehrere Fassungen und Editionen, vgl. Louis, wie Anm. 54, S. 11 Anm.). Die Depositio eines Leuthardi comitis ist im Obitarium von St. Germain-des-Prés zum 3. Januar eingetragen (wie Anm. 58 S. 247). Ein Graf von Fézensac dieses Namens ist am Anfang des 9. Jahrhunderts belegt (vgl. Louis, ebd., S. 12-13, 28). Einige Historiker sind der Meinung, dass auch Bego, der 816 als Graf von Paris bezeugt ist, Gerhards Sohn war (zum Beispiel Kasten Brigitte, Adalhard von Corbie. Die Biographie eines karolingischen Politikers und Klostervorstehers, in: Studia humaniora 3, 1986, S. 86-88, s. auch Settipani Christian, La noblesse du Midi carolingien. Etudes sur quelques grandes familles d'Aquitaine et du Languedoc du IXe au XIe siècles (Toulousain, Périgord, Limousin, Poitou, Auvergne), in: Prosopographica et Genealogica 5, Oxford, 2004 S. 193-194 Anm. 1 unten der zwischen der Möglichkeit Sohn oder Neffe schwankt). Zu Gerhards Familie, siehe auch online http://fmg.ac/Projects/MedLands/FRANKISH%20NOBILITY.htm (B: Comtes de Paris).

13.02.2012, überarbeitet 01.11.2014